Die Kosten für den Umbau der ehemaligen Grundschule Barbis zu einer Kindertagesstätte steigen um etwa 86 000 Euro. Darüber informierte der Architekt Stefan Neitzke die Mitglieder des Bau-, Umwelt- und Forstausschusses und des Ausschusses für Soziales, Jugend, Schulen, Kultur und Sport in einer gemeinsamen Sitzung. Damit erhöht sich der Gesamtbetrag für den Umbau voraussichtlich auf 942 053 Euro. Als Grund für die Mehrkosten nannte Neitzke die Einrichtung einer fünften Betreuungsgruppe. Ob es sich dabei um eine weitere Krippen-, Kindergarten- oder altersübergreifende Gruppe handelt, stehe noch nicht fest.
In der bisherigen Kostenschätzung vom Dezember des vergangenen Jahres sei die Einrichtung einer weitere Gruppe noch nicht enthalten gewesen, „weil wir keinen Anlass hatten, eine fünfte Gruppe einzurichten“, sagte Andreas Bähnsch, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Eine Bedarfsabfrage unter den Eltern habe allerdings ergeben, dass die Stadt derzeit nicht genügend Kindergarten- und Krippenplätze vorhält (wir berichteten). So fehlten zwischen neun und vierzehn Krippen- und zehn Kindergartenplätze im Stadtgebiet.

„Wenn Sie sagen: Machen Sie das für die Hälfte – das würde ich gerne, kann ich aber nicht.“  Stefan Neitzke, Architekt, über die Mehrkosten des Grundschulumbaus Einsparungen z.T. nicht umsetzbar

In seinem Vortrag ging Neitzke erneut auf die Einsparmöglichkeiten ein, die genauer geprüft worden seien. Von den 100 000 Euro, die bisher im Raum standen, bleibe lediglich ein Einsparpotenzial von etwa 32 000 Euro bestehen, da sich einige angedachte Sparmöglichkeiten als nicht umsetzbar oder nicht sinnvoll herausgestellt hätten.

 

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So sei der Verzicht auf einen Unterstellraum für Kinderwagen nicht möglich, da kein anderer Platz zur Verfügung stehe. Auch auf neue Akustikdecken im Kindergarten könne nicht verzichtet werden, da die bisherigen Akustikdecken mehrfach überstrichen wurden und dadurch ineffektiv seien. Neue Bodenbeläge in den Gruppenräumen des Kindergartens seien auf jeden Fall bei der Krippe erforderlich, da dort eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll. Im restlichen Bereich könne zunächst darauf verzichtet werden, was aber nicht sinnvoll sei, da der bisherige Bodenbelag bereits aus den 80er Jahren stammt. „Irgendwann in den kommenden Jahren ist auch dieser Boden platt“, sagte Neitzke. So wäre jetzt zwar eine Einsparungsmöglichkeit von 12 500 Euro gegeben, auf lange Sicht aber müsste die Kita für mindestens 14 Tage komplett geräumt werden, um einen neuen Boden zu verlegen. Zudem müsste die Maßnahme im Gegensatz zum jetzigen Zeitpunkt dann als Einzelgewerk ausgeschrieben werden, was deutlich teurer sei. Eine weitere Maßnahme, die sich als nicht umsetzbar erwiesen hat, ist die Verlegung von Vinylböden anstatt von Fliesen im Nassbereich, da die Rutschfestigkeit bei diesen zu gering sei.

Die neue Kostenberechnung, die Neitzke im Anschluss vorlegte, war vielen Mitgliedern nicht differenziert genug. Klaus Richard Behling bemängelte (BI), dass bei einem Posten wie „Ausstattung und Kunstwerke“, der mit 108 146 Euro zu Buche schlägt, Sparmöglichkeiten nicht ablesbar seien: „Einzelheiten sind hier gar nicht erkennbar.“ Auch Volker Hahn (WgiR) kritisierte im Anschluss an Neitzkes Vortrag, dass es ihm an einer „klaren Linie“ fehle. „Ich komme mit dem Zahlenberg nicht mehr mit“ sagte er. Zudem stelle sich ihm die Frage „Woher nehmen wir das Geld?“

Nur notwendige Maßnahmen

Neitzke argumentierte, dass der errechnete Betrag Ausdruck der notwendigen Maßnahmen sei und man keinen „Luxus verbaut“ habe. „Wenn Sie sagen: Machen Sie das für die Hälfte – das würde ich gerne, kann ich aber nicht“, sagte der Architekt.

Trotzdem äußerte er Verständnis dafür, dass es anhand der vorliegenden Auflistung schwierig sei, sich ein eingehendes Urteil zu bilden: „Die Kostenschätzung nach DIN 276 sagt natürlich nicht viel aus.“ Dass er keine detaillierte Aufstellung präsentiere, liege daran, dass eine Gewerkeaufschlüsselung nicht öffentlich ausgelegt werden dürfe, erklärte der Architekt.
Auch dass sie die neue Kostenaufstellung erst am Tag der Sitzung erhalten hatten, kritisierten einige Mitglieder. So sahen sie sich abschließend auch nicht in der Lage, eine Empfehlung hinsichtlich der Kostenannahme an den Rat abzugeben. Auf Vorschlag von Holger Thiesmeyer (Gruppe SPD/Grüne), der einstimmig angenommen wurde, beschlossen sie eine weitere gemeinsame Sitzung. Dieser Sitzung soll ein nicht-öffentlicher Teil vorangestellt werden, in der die Ausschussmitglieder die Gelegenheit haben, das genaue Zahlenwerk einzusehen. „Dann haben wir die Möglichkeit, den Kämmerer dazu zu befragen und dann kann niemand behaupten, er sei nicht umfassend informiert worden“, sagte Thiesmeyer abschließend.

siehe auch Beitrag: Lauterneues, 25.01.2017

Author: harzkurier.de

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